Chris Schagen von Linklift im Internetview

Chris SchagenName
Chris Schagen

Alter
31 Jahre

Blog
www.linklifter.de

Zahl mit Geschichte
5:1 - hatte Deutschland in 2001 einmal gegen England verlorgen, und ich habe vor schwerstem seelischen Leid auch gleich noch mein Auto zu Schrott gefahren…

Chris, du bist ein erfahrener Internetunternehmer. Unter anderem hast du das USA-Geschäft für Jamba/Jamster aufgebaut. Zur Zeit ist Linklift dein “Baby”. Was macht den Markt für Textlinks so attraktiv, dass du hier eingestiegen bist? In den USA hatten wir für den besagten Klingeltonanbieter neben TV-und Printwerbung vor allem PPC und Affiliate-Marketing gemacht. Unsere Affiliates haben sich sodann auf die organische Suche gestürzt und sämtliche attraktiven Positionen besetzt. Solange auch kein nennenswerter Wettbewerb im Lande war, sind mir mit dieser Position auch gut gefahren, nur als es dann doch sehr kompetitiv wurde und viele Affiliates gewechselt sind, da standen wir von einem großen Traffic-Loch.

Das hatte mich sehr geärgert, weil wir uns dieses Dilemma durch unsere Passivität im Link-Marketing selbst eingebrockt hatten. Daraus ist die Idee für LinkLift entstanden. Wir wollten einen Marktplatz schaffen, der das kaufen und verkaufen von Textlinks einfach macht. Einen Anbieter, der einem die “Drecksarbeit” beim Link-Marketing abnimmt, die Recherche, Ansprache, Abwicklung und Überwachung übernimmt. Und ich denke damit sind wir inzwischen auf einem guten Weg.

Ihr firmiert unter dem Ltd.-Kürzel. Wie sind deine Erfahrungen im Bezug auf Vertrauen, Beteiligungsfähigkeit und Bürokratie mit der Gesellschaftsform Limited? Unter welchen Umständen lohnt es sich eine Limited zu gründen? Eine Limited hat letztlich wie alle Rechtsformen Vor- und Nachteile. Wenn man eine Internationalisierungsstrategie hat, lohnt es sich, über die Limited nachzudenken. Wenn man nur in Deutschland operieren möchte, dann ist die Limited eigentlich nur für solche Projekte zu
empfehlen, bei welchen man 100% Eigentümer ist, keine Banken im Hintergrund hat und sich vor der Kapitaleinlage einer GmbH scheut.

Grob gesprochen, Vertrauen in die Limited ist in Deutschland eher niedrig, im internationalen Geschäftsverkehr eher besser, die
Beteiligungsfähigkeit ist in der Ersteinrichtung aufwendiger, sodann aber weniger arbeitsintensiv und die Bürokratie ist eher niedriger als bei der GmbH.

Textlinkbörsen wird häufig unterstellt ein Tummelplatz für SEOs zu sein, die mit dem Kauf von Textlinks versuchen Suchmaschinenergebnisse zu beeinflussen. Was wollen eure Kunden mit dem Linkkauf erreichen? Link-Marketing ist ein Thema, welches für sämtliche Verantwortliche im Online Marketing eine zunehmend größere Bedeutung einnehmen wird. Suchmaschinenergebnisse sind sicherlich für eine Gruppe von Werbetreibenden ein Faktor, oft unterschätzt ist aber auch der direkte Effekt, nämlich gezielter und relevanter Referrer Traffic gerade bei einer attraktiven Plazierung eines Textlinks in einem redaktionell passenden Kontext. Letztlich geht es darum, für die User in einem relevanten Umfeld präsent zu sein.

Warum empfehlt Ihr euren Publishern nicht die eigene Domain innerhalb des Marktplatzes Linklift zu kommunizieren? Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Wir möchten Risiken vermeiden, die durch eine möglicherweise willkürliche Abstrafung von Webseiten durch Suchmaschinen entstehen können. Weiterhin wird die Verschattung der Publisher-Identität von vielen Werbetreibenden als Gütesiegel angesehen.

Linklift ist bis dato nur auf dem deutschen Markt tätig. Können wir hier mit einer Internationalisierung in naher Zukunft rechnen? Welche Märkte sind deiner Meinung nach für eine Expansion besonders interessant? Ja, an der Internationalisierung arbeiten wir gerade mit Hochdruck. Vor allem das nahe europäische Ausland steht als nächstes auf der Agenda. Dabei nutzen wir den Standort Berlin mit einem sehr internationalen Reservoir an Fachkräften und werden in einem ersten Schrit die Märkte von Berlin aus betreuen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Start-Ups habt Ihr bereits von Beginn an Einnahmequellen, die nicht nur auf Werbung basieren. Was denkst du über Dienste, wie StudiVZ, Qype, Mister Wong zum Beipsiel, die (noch) über kein direktes Erlösmodell verfügen. Die Einschätzung ist nicht ganz korrekt, die Aktivität auf unserem Marktplatz bewegt sich ebenfalls im Einklang mit der gesamten Online-Werbung. Der Unterschied ist eher, dass wir von Anfang an Umsätze schreiben. Den Vergleich sehe ich aber eher sportlich. Ich denke, dass bei vielen Modellen mit frühem Erlösmodell letztlich das Risiko zwar geringer ist, oftmals dieses attraktivere Risikoprofil mit einer dafür im Vergleich geringeren Maximalertragschance einhergeht. Ich bin davon überzeugt, dass man mit Geschäftsmodellen wie StudiVZ, Qype oder Mister-Wong sehr viel Geld verdienen kann, nur muß man es definitiv zur unbestrittenen Nr. 1 schaffen und für diesen Weg bereit sein, auch viel Geld zu investieren. Ich wünsche den jeweiligen Gründern jedenfalls viel Erfolg und Unternehmerglück — wir brauchen nämlich mehr Unternehmer in Deutschland, und Erfolgsstorys spornen Nachahmer an.

Wie wollt Ihr euer Wachstum in Zukunft aufrecht erhalten? (Stichwort: Zukäufe!) Auch hier sehen wir uns in einer grundsätzlich offenen Haltung, wobei wir aktuell keinen unmittelbaren Bedarf sehen und von den Baustellen her auch an anderen Fronten kämpfen, siehe Punkt Internationalisierung. Sofern sich jedoch Möglichkeiten ergeben, die strategisch eine neue Dimension eröffneten, würden wir jedoch scharf darüber nachdenken.

Zum Abschluß nenne uns bitte deine drei nützlichsten URLs im www! Mir gefällt www.linkvendor.com als Backlink-Tool gut, www.xing.com ist ganz wunderbar und für alle die noch keine RSS-Feeds abonnieren möchte ich www.bloglines.com sehr ans Herz legen, ohne welches ich in meine tägliche RSS-Feed Dosis längst nicht mehr bewältigen könnte.

andere Interviews mit Chris:
gruenderszene.de
interview-blog.de
emarketing-blog.de

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